Von langen Wegen und gesprächigen Fremden

Ich greife zu meinem Einhornjutebeutel in dem das Päckchen das ich retournieren möchte steckt und verlasse die Wohnung.

Sommerseufzen - Einhornjutebeutel
Als ich an dem brachliegenden Gelände vorbeilaufe, auf dem früher Wohnhäuser standen, bemerke ich wie wild bewachsen das unbebaute Grundstück mittlerweile ist. Hochgewachsenes Gras liegt wie gekämmtes Haar auf der Erde, Disteln, Löwenzahn, Gänseblümchen und andere Pflanzen die ich namentlich nicht kenne bieten einen schönen Anblick. Ich denke: „Ich müsste hier mal mit einer Schere vorbeikommen und mir einen kleinen Strauß Wildblumen abschneiden.“

Sommerseufzen - Wildblumen

10 Uhr, ich betrete das Bürgeramt des Ortes. Vor mir warten 3 weitere Menschen auf das Gespräch mit einem der zwei Sachbearbeiter. Die Tür des ersten Büros steht weit offen. Ein alter Herr in beigefarbener Kleidung muss das Geburtsdatum eines Kindes 4 Mal laut und langsam wiederholen, bis es die Frau hinter dem Schreibtisch verstanden hat. Wir Wartenden werfen uns Bände sprechende Blicke zu.
Als ich an der Reihe bin klappt erst alles problemlos. Als die Frau 13€ für die Bearbeitungsgebühr verlangt, sage ich: „Ich möchte mit Karte bezahlen.“ Im Internet steht das dies ginge. Natürlich geht es dann aber doch nicht. Ich seufze, sage der Frau das ich dann erst Geld ziehen müsse und später nochmal wiederkommen werde.

In unserem kleinem Ortsteil gibt es eine Sparkasse. Dort bin ich nicht Kunde, dort bekomme ich kein Geld. Ich betrete den kleinen Schreibwarenladen der zur Post umgewandelt worden ist, gebe mein Päckchen ab und erfahre nebenbei von der Angestellten das sie heute aus dem gepflücktem Obst ihres Gartens Marmelade einkochen möchte. Ich sage: „Das hört sich sehr gut an. Was für eine Marmelade wird es denn?“ Wir unterhalten uns über Marmelade. Ich erfahre das ihr Nachbar Kirschen von ihrem Baum klaut, deswegen kaum noch welche da sind und sie deswegen nun Erdbeermarmelade machen muss. Ich sage: „Ärgern sie sich nicht. Erdbeermarmelade ist eh viel leckerer als Kirschmarmelade“ und komme mir anschließend etwas blöd vor.

Ich verabschiede mich und laufe zur Haltestelle. Der Bus der mich in die Stadt hätte bringen können, fährt mir vor der Nase weg. Mein unsportliches Laufen und enthusiastisches winken reichen dem Fahrer nicht aus, um anzuhalten und mich doch noch mitzunehmen. Ich seufze und setze mich in das Wartehaus.

Sommerseufzen - Krefeld Oppum

Zufällig läuft ein ehemaliger Arbeitskollege an der Bushaltestelle vorbei. Er entdeckt mich zuerst, hält den Kopf schief, grinst und streckt mir mit den Worten „Na, dich kenne ich doch auch noch irgendwo her“ die Hand zum Gruß entgegen. Damals haben wir uns sehr gut verstanden. Er arbeite hier in der Nähe „Aber wer weiß wie lange noch. Ich bin müde.“ Ich kann ihn verstehen und nicke. Anschließend erzähle ich von meinen Zukunftsplänen. Er freut sich für mich und sagt: „Ich werde wahrscheinlich studieren.“ Als ich begeistert reagiere, verändert sich der vorhin noch unsichere Blick in einen erfreuten. Wir reden noch eine Weile, dann kommt mein Bus. „War schön dich wiederzusehen.“ „Das fand ich auch. Vielleicht treffen wir uns ja nochmal zufällig.“ Als wir uns verabschieden, ärgere ich mich darüber das ich keine Nummer von ihm habe und nicht weiß ob er bei Facebook und Co ist. Ich denke: „Vielleicht treffen wir uns ja wirklich nochmal zufällig.“

In der Stadt angekommen, laufe ich zur Bank. Unterwegs sehe ich ein junges Paar das einen winzig kleinen Welpen spazieren führt. Der Hund ist so niedlich das ich fest davon überzeugt bin, das mir gerade wie im Zeichentrickfilm Herzen aus den Augen ploppen.

Als ich mein Geld habe, fahre ich wieder zurück. Diesmal nehme ich die Straßenbahn. Eine groß gewachsene Frau im bunten Sommerkleid, fragt mich ob ich wüsste was für ein Ticket sie ziehen müsse, um nach Düsseldorf zu kommen. Ich stelle eine Vermutung an. Die Frau zieht ihr Ticket und erzählt mir das sie gerade frisch aus Holland kommt. Sie war dort auf der Hochzeit ihrer Freundin. Sie hätten viel gefeiert, das Essen war gut, die Band hat all ihre Lieblingslieder aus den 80er Jahren gespielt, dennoch wundert sie sich das die Freundin den Mann so schnell geheiratet hat. „Die kennen sich ja erst seit 7 Monaten.“ Ich höre zu, hätte gerne noch mehr erfahren, doch muss bald schon am Hauptbahnhof wieder aussteigen.

Sommerseufzen - Straßenbahn

Ich stehe am Bahngleis 3 und warte auf den Zug der mich zurück in meinen Stadtteil bringt. Eine Jugendliche mit Rastazöpfen und langen gebogenen Wimpern fragt mich schüchtern, ob der gerade eingefahrene Zug auch nach Duisburg fährt. Ich denke kurz „was für ein gesprächiger Tag“ und biete ihr an mal im Internet nachzugucken. Sie lächelt und spielt mit dem Griff ihres großen Rollkoffers. Als sie ihre Antwort hat, bedankt sie sich höflich und sieht dabei aus, als wolle sie noch etwas sagen, wisse aber nicht was. Vielleicht hat sie auch nur das Gefühl das sie noch was sagen müsse. Ich sehe ihre Unentschlossenheit, überlege ob ich stattdessen noch etwas sagen soll, weiß aber auch nicht genau was. Etwas wie: „Kommst du aus dem Urlaub, oder wieso bist du mit dem großen Koffer unterwegs?“ Oder eher: „Ich mag deine Haare, die Zöpfe stehen dir richtig gut.“ Stattdessen schweigen wir beide, stehen nebeneinander und grinsen uns nochmal an als ihr Zug einfährt.

2,5 Stunden später sitze ich wieder im Wartezimmer des Bürgerbüros. Die Frau hinterm Schreibtisch unterhält sich mit einem alten Mann namens Gerd. Sie winkt mich rein und bedeutet Gerd sitzen zu bleiben. „Warte Gerd, die Frau möchte nur etwas bezahlen.“ Dann zu mir: „Da haben sie es aber noch gerade so geschafft. Wir machen in 15 Minuten zu. Ich habe Gerd gerade noch erzählt, das noch jemand kommt der Geld vorbei bringen muss. Gerd kommt gerne kurz vor Feierabend rein und hält ein Pläuschchen. Er ist schon 82.“ Nun muss ich erstaunt gucken. Das erwartet man so. Also gucke ich erstaunt und zahle meine 13€, erhalte eine Quittung und die Information das mir die Unterlagen in ca. 1 Woche zugeschickt werden. Als ich mich bedanke knurrt mein Magen laut. Es ist nach 12 und gegessen habe ich noch nichts.

Wieder zuhause. Ich räume den vorhin noch erledigten Einkauf ein und merke das ich den Rum für einen geplanten Kuchen vergessen habe. „Mist. Vielleicht bringt Opa mir ja morgen eine kleine Flasche Rum mit. Gibt es überhaupt kleine Flaschen Rum?“ überlege ich. „Gibt es nicht an den Kassen immer diese kleinen Flachmänner mit hochprozentigem Fusel? Das wäre ideal, ich brauche ja nicht viel.“

Ich beende die Überlegungen in meinem Kopf, ziehe die unbequeme Straßenkleidung aus, steige unter die Dusche und freue mich auf das sehr späte Frühstück.

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Ein Hauch von Versailles

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Panorama II

Ende letzen Jahres war ich mit einer Freundin in Brühl. Die letzten Tage der Tim Burton Ausstellung des Max-Ernst Museums waren angebrochen und ich MUSSTE die Ausstellung noch unbedingt sehen. Ich liebe Tim Burton. Ich liebe seine Kunst, seine Art des Geschichtenerzählens, seine kleinen oft traurigen Charaktere und die komplette optische Ästhetik seiner Werke.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Tim Burton Austellung

Der Tag war wunderbar, die Ausstellung war interessant und ich bin so froh das wir uns an diesem Tag ins Auto gesetzt haben und zusammen nach Brühl gefahren sind.

Unmittelbar neben dem Museumsgelände befindet sich das Schloss Augustusburg.

 

Da wir später als geplant in Brühl angekommen waren, wollte ich mir das Schloßgelände unbedingt noch vor unserem Gang durchs Museum ansehen. Und was soll ich sagen, der Augenblick war perfekt.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg Innenhof

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schlossente II

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Leuchtende Fassade

Die tiefstehende Sonne tauchte die Fassade des prachtvollen Gebäudes in goldenes Licht. Es waren kaum noch Menschen unterwegs, die Bäume warfen lange Schatten, auf der Wiese vor dem Schloss spazierte eine Ente in der Abendsonne und alles sah so schön aus. Ich fühlte mich unweigerlich an unseren Paris Urlaub erinnert. Und obwohl das Schloss in Brühl, nicht annähernd so pompös wie das berühmte Schloss in Versailles ist, musste ich dennoch sofort daran denken, wie wir es im Sommer vor vielen Jahren erkundet haben.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Garten II

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg Garten

Ich dachte an die viel zu vielen Touristen im Spiegelsaal, an die mit feinsten Stoffen bezogenen Wände, das unbequem aussehende Bett vom Sonnenkönig, die wunderbare Kunst, die beeindruckenden Statuen im Garten von Versailles. Ich erinnerte mich daran zurück, wie wir Marie Antoinettes Garten gesucht und aufgrund der zu knapp bemessenden Zeit die wir dort hatten, nicht gefunden haben. Ich dachte daran wie wir in der Orangerie auf dem mit Kieselsteinen aufgeschütteten Boden saßen. Wie wir dort das Gesicht in die Sonne hielten und Postkarten an die Heimat schrieben. Ich dachte an viele schöne Augenblicke und Erinnerungen die ich mit diesem Ort verknüpfe.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Das schöne Schloss Augustusburg

Selina

 

 

Ein zauberhafter Tag im Phantasialand

Ach, was war der Ausflug im letzten Dezember doch schön. Es ergab sich zufällig, dass ich mit auf eine Weihnachtsfeier im Freizeitpark Phantasialand gehen durfte. Inklusiver Bus Hin- und Rückfahrt, dem Parkeintritt, einem 10€ Phantasialandgeldgutschein (was für ein Wort, perfekt fürs nächste mal „Galgenmännchen“ spielen), einem Gutschein für eine Tasse Glühwein und einem tollen Buffet am Abend. Ich bin sehr dankbar für diesen schönen 4. Advent. Sowas tolles bekommt man nicht jeden Tag geschenkt.

 

Nach 2 Stunden Schlaf klingelte mein Wecker um 8 Uhr. Müde aber voller Vorfreude machte ich mich für den Tag bereit. Und kurz darauf ging es auch schon los. Unsere Gruppe traf sich in Kempen. Dann ging es mit einem Reisebus weiter. Dort wurde schon um 10 Uhr fröhlich Sekt in Pappbecher geschüttet. Ca. 1 Stunde später kamen wir mit von Alkohol gewärmten Wangen in Brühl an. Ich sah die ersten Fahrgeschäfte und meine Vorfreude stieg noch etwas mehr.

 

 

Wagemutig wie wir waren, betraten wir das erste Karussell des Tages. Wunderschönen nicht wahr?! Ich hätte auch gerne so ein kleines, altes Karussell mit Pferdefiguren zuhause.

 

 

Dann ging es weiter ins „Verrückte Hotel Tartüff“. Dort arbeiteten wir uns durch ein Labyrinth, stiegen sich bewegende Treppen hoch, betrachteten uns durch verzerrende Spiegel und begutachteten Zimmer die sich an der Decke befanden. Sehr lustig.

 

In der Show „Crazy Christmas“ saßen wir in der ersten Reihe und ließen uns von Artisten und Tänzern begeistern.

 

 
  

Wir stärkten uns in einem der vielen Cafés mit warmen Kakao und Kuchen und bestaunten anschließend die liebevoll gestaltete „Wuze Town“.

 

 

Hier schlug mein Herz höher. Schaut euch all die Details an. Das verspielte Design dieser Themenwelt des Parks gefällt mir von allen am besten. Und nebenbei beherbergt sie auch noch das echt tolle Fahrgeschäft „Winja’s Fear and Winja’s Force“.

Die von außen harmlos aussehende Achterbahn hat es faustdick hinter den Rollen. Hier wurde das vielleicht lustigste „Ich werde schreiend auf einer Achterbahnfahrt fotografiert“ Foto der Welt geknipst. Wir haben das Bild für 5€ gekauft. Und in Zukunft wird mein überraschend verzerrtes Achterbahngesicht an der Wohnzimmerwand meiner Mutter hängen. Yay.

 
   
  

Wir erkundeten den Rest des Parks. Stärkten uns mit einem Stück Pizza, ließen uns in einem Flugsimulator durchschütteln, schauten uns Eiskunstläufer an, lachten im 4D Kino über Leslie Nielsen und bevor wir auch nur die Hälfte der Fahrgeschäfte ausprobieren konnten war es schon dunkel.


Wir lösten den Glühweingutschein vom Morgen, in eine niedliche Tasse mit Fusel um und trafen wie das nun mal so ist, genau dort auch den Rest unserer Gruppe wieder. Im Laufe des Tages waren alle in unterschiedlichen Grüppchen im Park verteilt. Doch am Glühweinstand kommt man immer wieder zusammen.

Gestärkt vom Glühwein traute ich mich auf die Achterbahn „Colorado Adventure“. Ich schrie aus vollster Lunge, hatte tränende Augen vom Fahrtwind, einen zerzausten Zopf und absoluten Spaß in den Backen.

Das. War. Super.


  

Noch bis zum 17.1.16 erstrahlt das Phantasialand in Brühl unter dem Motto „Wintertraum“.

Die letzte Show des Tages fand auf dem Eis statt. Menschen in Kostümen erzählten uns eine Weihnachtsgeschichte. Leider standen wir so ungünstig, dass ich kaum etwas von der Show gesehen habe.

Das darauf folgende Feuerwerk war toll.

  

Nach der Show, stapften wir auf die mit einem Teppich ausgelegte Eisfläche und schauten uns die schönen Menschen in den noch schöneren Kostümen mal von Nahen an.


Nach diesem gelungenen Abschluss machten wir uns über ein köstliches und schön dekoriertes Buffet her, redeten, tranken und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Der Weg zurück zum Reisebus war bezaubernd. Wir liefen durch den menschenleeren Freizeitpark. All die schön dekorierten Lichter leuchteten in der Nacht, die Wege die vor einigen Stunden noch voller lauter Menschen waren, waren ruhig. Die Fahrgeschäfte standen still.

Wie gerne hätte ich nochmal eine Runde mit der Achterbahn gedreht. Ganz alleine. In einem Park nur für mich, mit dem Wind in den Haaren und den Gedanken in den Wolken. Aber auch so, war dieser kurze Spaziergang durch den leeren Park etwas ganz besonderes.

Ein schöner Tag ging vorbei.

Ich sank müde und glücklich auf meinen Sitz im Bus und freute mich auf mein Bett und die Träume der Nacht.

Selina

Glow 2015. Eindhoven – Eine Stadt leuchtet.

Letzte Jahr waren wir für einen Tag in Holland. In der Stadt Eindoven fand zum 10. Mal das internationale Lichtfestival  „Glow“ statt.

Monate zuvor hatte ich zum ersten Mal von dem Festival gelesen. Nach einer kurzen Recherche im Netz fragte ich meine Freundin ob sie Lust auf einen kleinen Trip hätte. Wir buchten uns ein günstiges Zimmer in der Stadt und am 14.11.2015 machten wir uns auf den Weg nach Eindhoven.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Unser Hotelzimmer

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Aussicht aus dem Hotel

Als wir in Krefeld los fuhren begann es bereits zu regnen. Dieser Zustand hielt den ganzen Tag an. Es regnete in einer Tour.

Das war… etwas unschön.

Kaum hatten wir im Hotel eingecheckt, zog es uns zum nächsten Supermarkt „Albert Heijn“. Nachdem diverse Kalorienbomben in meinen Rucksack gewandert waren, liefen wir zur Stadt.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Supermarktausbeute

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Auf dem Weg in die Stadt

Als wir in der Stadt ankamen war sie noch fast leer. Da wir Hunger hatten, kehrten wir in einen Arabischen Imbiss ein. Nachdem wir uns mit Falafel und Pommes gestärkt hatten, ging unsere „Glow“ Erkundung  los.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Kirche

Auf der Kirchenfassade wurden verschiedene 3D Effekte projiziert. Eine junge Frau verkaufte die dazu gehörigen Brillen, doch auch ohne sah die optisch pulsierende Kirche nicht schlecht aus.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lichtmauer

Diese „Lichterscheinung“ war mein Highlight.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lichtpavillon

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lichtreflektion

Der Regen kreirte schöne Spiegelungen auf dem Boden.

Hier standen wir eine ganze Zeit. All diese bunten Farben waren auf dem ersten Blick schon fast anstrengend. Aber auch wunderschön. Menschen standen mit lächelnden Gesichtern beieinander, bewunderten die Installation, fotografierten sich und die Umgebung und schunkelten zur Musik aus den Lautsprechern mit.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Geisternebel

Schwebende Lichtgebilde zwischen den Hauswänden.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lampions

Aus Plastikflaschen entstanden leuchtende Lampions, die an Quallen erinnerten.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lampions

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Skull

Die mit Pfützen bedeckten Straßen waren voller Leute, die wie wir den letzten Tag des Lichtfestivals nutzen wollten. Wir wanderten von einer Installation zur anderen und entdeckten nach und nach die Besonderheiten von „Glow“.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lichtwand im Park

Leuchtende Wände säumten den Weg eines Parks.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Lichtwellen auf dem Wasser

Lichtwellen auf einem See.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Glühbirne

Das wechselnde Farbspiel der großen Glühbirnen wurde mit sanfter Musik untermalt. Es hatte „etwas entspannendes .

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Baumlichter

Eine leuchtende Allee.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Cafè

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Feuer

Feuer hat mich schon immer fasziniert. Die Flamme drehte sich zwischendurch wie ein kleiner Tornado um sich selbst.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Pusteblumen

Leuchtende Pusteblumen.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow - Pusteblumenfeld

Nachdem wir mehrere Stunden durch die Stadt gelaufen waren, wurden wir müde. Der Regen hatte nicht nachgelassen, der Rucksack wurde immer schwerer, die Kleidung war trotz des Regenschirms durchnässt und die Schuhe stellten sich als nicht ganz so wasserfest wie erhofft heraus. Wir sehnten uns nach einem warmen Getränk und fanden in einem überfüllten Café noch 2 freie Sitzplätze.

Wir stärkten uns mit einer heißen Tasse Chocomel, redeten und beobachteten den Trubel in dem lauten Café. Es war Samstagabend, Menschen trafen sich zum ausgehen, tranken ihr Bier am Tresen und lachten. Pärchen hielten sich über den Tisch hinweg die Hände und tauschten verliebte Blicke aus, in der Ecke des Cafés zog jemand eine Packung Zigaretten aus dem Automaten und über unseren Köpfen wummerte die Musik.

Herbstseufzen - Eindhoven Glow

Wir zwei „Partymäuse“ machten uns nach der Tasse Schokolade wieder auf den Weg zum Hotel. Dort zogen wir uns die klebrige Kleidung aus, hängten die nassen Socken auf die Heizung, schminkten uns ab, schmissen Fernseher und Wasserkocher an, teilten uns den einzigen Teebeutel „Earl Grey“ und legten uns wie es sich fürs wilde Partyvolk gehört ins Bett.

Selina

Herbstspaziergang

Wie wunderschön diese Jahreszeit doch ist. Vielleicht ist der Herbst sogar die schönste von allen. Wir stehen auf, schauen aus dem Fenster und blicken auf leuchtende Farben, wenn die Sonne scheint ist es als würden die Bäume im Scheinwerferlicht ihrer ganz eigenen Bühne stehen. Und sie glänzen in ihrer Paraderolle. Wunderschön. Vielleicht macht mich diese Zeit des Jahres noch etwas kitschiger als sonst, vielleicht auch etwas melancholischer.

Herbstseufzen - Yellow Tree

Herbstseufzen - Farbverlauf des Herbstes

Herbstseufzen - Red Tree

Ich steige in das einzige Paar fester Schuhe das ich besitze, schlüpfe in die Regenjacke die nicht wasserdicht ist, stecke das Handy in die Hosentasche und schließe die Haustür hinter mir zu. Ich muss raus, die Decke fällt mir auf den Kopf. Ich setze einen Fuß vor den anderen, genieße die Sonne und bewundere das Farbenspiel der Natur. Während ich diesen Satz schreibe muss ich an Disneys Pocahontas denken. ♪ „Kannst du malen wie das Farbenspiel des Winds?“ ♪. Ach, ein schöner Film, den muss ich mir demnächst mal wieder ansehen.

Herbstseufzen - Park im Herbst

Ich raschel durch das gefallene Laub im Park, setz mich für einen Augenblick ans Wasser und beobachten eine Entenfamilie die vorbei schwimmt. Im Botanischen Garten schnuppern ich an lilafarbenen Vanillepflanzen und entdecken sogar ein paar Pilze. Eine Frau läuft mit ihrem Golden Retriever vorbei, sie sieht entspannt aus und lächelt mir freundlich zu. Ich lächle zurück.

Herbstseufzen - Naturschönheit

Herbstseufzen - Pilze im Park

Ich bücke mich nach einem leuchtend roten Blatt und halte es ins Licht. Sie sind so schön. Da drüber in der nähe des Busches liegt dieser knorrige kleine Ast, ich greife ihn mir und die Jagd nach schön geformten Blättern, Hagebutten, leuchtenden Beeren und Holz beginnt. Daraus lässt sich doch bestimmt was nettes basteln.

Herbstseufzen - Vergangene Schönheit

Nach 2 Stunden gehe ich wieder heim, mit rosigen Wangen, kalten Fingerspitzen, einem klareren Kopf und einer Tasche voller gesammelter Schätze.

Herbstseufzen - Blätterfund

Selina

Herbstkirmes in Krefeld

Gestern Abend:

Herbstkirmesfeuerwerk - Lichtschnippsel

Ich sitze auf meinem Bett und habe noch die Unterhaltung zwischen mir und zwei Freundinnen im Kopf, als ich draußen das bekannte laute erste Knallen des Abschlussfeuerwerks der Kirmes in der Stadt höre. Ich liebe ein gutes Feuerwerk. Die Katze schaut mich mit großen Augen an. Sie denkt in dieser Hinsicht etwas anders. Lauter undefinierbarer Krach gehört nicht zu ihren liebsten Geräuschen. Sie ist mehr so der Typ „Thunfischdoseaufmachgeräusch“.

Ich schnappe meine Teetasse, wickle mich in der Bettdecke ein und gehe zum Fenster des Wohnzimmers. Die Bäume sind dicht gewachsen, trotzdem erhasche ich das ein oder andere Funkeln zwischen den Blättern. Ich mache ein Foto auf dem man nicht besonder viel sieht und erinnere mich ein paar Tage zurück.

Light Blue Dotted Ribbon

Riesenrad

Letzte Woche Samstag:

Meine Freundin kündigte sich an. Nachdem sie beim Umzug ihrer Mutter geholfen hatte, stand sie mit einem Übernachtungsrucksack vor der Tür. Ich fragte sie ob sie schon was gegessen hätte und wenn nicht ob sie auf hochkalorische Leckereien auf der Kirmes Lust hätte. Sie hatte.

Wir stiegen in ihr Auto und fuhren zum Kirmesplatz. Es ist schon erstaunlich wie sehr mich die Kirmes noch immer fasziniert. Ich bekomme auch noch mit über 30 leuchtende Augen wenn ich die blinkenden Fahrgeschäfte sehe (auf die ich mich zum größten Teil gar nicht traue) oder den verführerischen Geruch von Zuckerwatte und Co. rieche.

Süße Früchte

Wir drehten die erste Runde auf dem Kirmesgelände, ließen die Atmosphäre auf uns wirken und ich schmachtete von weitem die süßen Früchte mit Oreokrümeln an. Und während ich mir jetzt dieses Bild ansehe, bereue ich das ich mir keine gekauft habe.

Aber es ist ja nicht so das wir an diesem Tag verhungert wären. Wir machten beim Pommes Stand halt und gönnten uns 2 leckere voll bepackte Schälchen. Ich Pommes Spezial, meine Freundin Pommes Currywurst. So simpel und so lecker.

Herbstkirmespommes

Der erste Hunger war befriedigt. Da aber bekanntlich für Nachtisch immer Platz ist, schlenderten wir ganz unschuldig zum Crêpe Stand und entdeckten das die nette Dame die mit flüssigem Teig, Nutella, Puderzucker und Marmelade hantierte auch Holländische Poffertjes anbot.

Poffertjes mit Nutella

Und da ich manchmal finde das Essen in der Öffentlichkeit etwas anstrengend ist (Crêpe aus dem Nutella läuft, Nutella im ganzen Gesicht, auf der Kleidung und in den Haaren. Ja, ok vielleicht übertreibe ich etwas.) gönnten wir uns je eine Schale einfach zu essende Poffertjes mit Nutella und Puderzucker. Das Wort Poffertjes ist schon niedlich, hört sich an wie ein Spitzname für den Liebsten. „Na mein kleines Poffertje? Gib deinem Schatz einen Kuss.“ Gut das ich niemanden an meiner Seite habe, wer will denn schon Poffertjes genannt werden. Schweife ich ab? Ein wenig.

Autoscooter

Und da das all die coolen Kids so machen, stellten wir uns mit unseren kleinen süßen Küchelchen an den Autoscooter und beobachteten beim Essen das Verhalten paarungswilliger Teenager. Vermutlich wird es sich nie ändern, dass man hier in coolen Posen im Kreis steht um sich gegenseitig abzuchecken. Schon amüsant.

Ballontiere

Ich habe mit diesem Einhornluftballon geliebäugelt. Sehr. Doch der Geiz (8€) hat mich von einem Kauf abgehalten. Bin ich eigentlich doof? Jetzt bin ich doch erwachsen und nicht davon abhängig das mir meine Mama einen Kirmesballon kauft (Hat sie nie. Buhu!) und ich mache es trotzdem nicht. Aus Vernunft. „Was will ich denn damit? Irgendwann liegt er doch eh als traurige, platte Hülle auf dem Boden.“ Nee, nee! Das nächste mal schmeiße ich all diese Gedanken über Bord und kaufe mir einen kitschigen Luftballon. So!

Ohnezahnpreis auf der Herbstkirmes

Die Minions sind noch immer allgegenwärtig. Ohnezahn und Olaf fand ich jedoch niedlicher.

Glückslose

Und da ein Kirmes besuch ohne Fahrt mit dem Karussell gar nicht richtig zählt, haben wir uns todesmutig in die „Crazy Maus“ gewagt. Wir kauften uns zwei Fahrchips (4€) und setzten uns in die Miniachterbahn die von außen so harmlos aussieht. Geht aber doch ganz schön ab das kleine Ding. Ich hüpfte bei den rasanten Wendungen im Sitz hoch, hatte meine Brille kurzfristig auf der Stirn kleben und lachte vor Begeisterung Tränen.

Sonnenuntergang - Cazy Maus

Kirmesherzen

Nachdem wir uns noch mit gebrannten Mandeln (für mich ein Muss!) und Magenbrot (kannte ich gar nicht) eingedeckt hatten, drehten wir noch eine Runde im Schlagerexpress. Ich befürwortete das dort gar kein Schlager gespielt wurde, stellte aber während der Fahrt sehr schnell fest, das ich 1. Alt geworden bin und 2. ich mich nach außen hätte setzen sollen. Früher bin ich ständig mit diesem Ding gefahren, heute wurde mir nach der 3 Runde so schlecht das ich wahrscheinlich wie im Cartoon grün im Gesicht war. Die Freundin die außen saß wurde dank der enormen Fliehkraft die sich bei dieser Fahrt entwickelte leider von mir zerquetscht. Und das obwohl ich mich krampfhaft an der anderen Seite festkrallte (so sehr das ich 2 Tage lang Muskelkater hatte). Es tut mir leid B. beim nächsten mal sitzen wir anders. Als ich später am Abend im Kino saß, war mir noch immer leicht schwindelig.

Ein leuchtender Herbstkirmeshimmel

Der Tag war toll. Und dieser spektakulär schöne Sonnenuntergang beim verlassen der Kirmes setzte nochmal allem die Krone auf. Wunderschön.

Selina