Serientipp – Stranger Things

Netflix hat dieses interne Bewertungssystem. Es ist schon etwas her das ich einer Serie 5 von 5 Punkten verliehen habe. Das hat sich mit der neuen Serie „Stranger Things“ nun geändert. 

Worum geht es?:

Als 4 Jungs nach einem gemeinsamen Rollenspielabend nach Hause radeln, verschwindet der kleine Will spurlos. Während sich die verzweifelte Mutter des Kindes an die Polizei wendet, beschließen die 3 anderen Jungs, dass sie selbst das mysteriöse Verschwinden ihres Freundes untersuchen sollten. In einer Nacht und Nebel Aktion, suchen die Freunde die Umgebung ab und werden fündig. Doch das Kind das plötzlich vor ihnen steht, ist nicht ihr Freund Will. Plötzlich ist da dieses kleine, wortkarge, tätowierte Mädchen mit den abgeschorenen Haaren. Schnell merken die Kinder das dieses Mädchen anders als die anderen ist. 

Wieso möchte das Mädchen nicht das andere von ihr wissen? Wieso weiß sie nicht was ‚Freunde‘ sind, oder wie man eine Uhr liest? Wieso erkennt sie den verschwundenen Will auf einem Foto? Woher hat sie diese seltsamen Kräfte? Was hat es mit den plötzlichen Stromschwankungen im Haus auf sich? Wieso verschwindet noch ein Mädchen in der sonst so beschaulichen Kleinstadt? Und wieso mischen sich plötzlich diese fremden, bedrohlich wirkenden Landespolizisten im Fall des verschwundenen Wills mit ein? 

Die Besetzung:

Die Zwillingsbrüder Matt und Ross Duffer haben „Stranger Things“ nicht nur geschrieben, sondern auch gleichzeitig produziert und Regie geführt. Während die Kinderschauspieler der Serie noch recht unbekannt sind, wurde die Rolle der Mutter des verschwundenen Jungens mit einer echten Ikone aus den 80er Jahren besetzt.

  • Winona Ryder (bekannt aus: Beetlejuice, Edward mit den Scherenhänden..)
  • David Harbour (bekannt aus: Black Mass, End of Watch…)
  • Finn Wolfhard (Schüler. Wird in der Neuauflage von Stephen Kings „Es“ mitspielen)
  • Noah Schnapp (Schüler. Bekannt aus: Bridge of Spies.)
  • Matthew Modine (bekannt aus: Full Metal Jacket, The Dark Knight Rises…)

Wie fand ich die Serie?

Toll.

‚Stranger Things‘ ist eine Mischung aus „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“, den Kultfilmen von Steven Spielberg und den Geschichten des weltberühmten Autors Stephen King. Da die Serie in den 80er Jahren spielt, werden die Zuschauer mit Referenzen aus bekannten Filmen wie E.T. – Der Außerirdische, Stand by me, Alien oder Carrie konfrontiert. An den Wänden der Kinderzimmer hängen Poster von David Bowie, dem jungen Tom Cruise oder Filmen wie ‚Tanz der Teufel‘. Die Jungs unterhalten sich mit riesigen Walkie-Talkies, Männer präsentieren stolz ihre Oberlippenbärte, auf Nasen sitzen Brillengestelle die gefühlt größer als das Gesicht des Trägers sind, Kinder spielen mit dem Millennium Falken und junge Frauen tragen die hässlichsten Mom Jeans der Welt. Die Serie ist eine Zeitmaschine in die 80er Jahre und das macht Spaß.

Ich war von der ersten Minute an gefesselt und hatte sofort einen Draht zu den Schauspielern. Die jungen Darsteller verkörpern ihre Charaktere überzeugend gut. Die kleine ‚Millie Bobby Brown‚ die in der Serie das verstörte, mysteriöse Mädchen mit den besonderen Fähigkeiten spielt, hat mich besonders begeistert. Und wie schön es ist Winona Ryder wiederzusehen. Ich fand sie damals toll, ich finde sie heute toll. Und ich würde mich freuen, wenn wir bald wieder mehr von ihr sehen würden. 

Stranger Things

Quelle

Allerdings hat die erste Staffel der Netflix Serie nicht nur optisch etwas zu bieten. Die Geschichte ist spannend erzählt und man möchte schnell wissen was hinter all den mysteriösen Vorkommnissen in der Stadt steckt. Wo ist Will? Was hat es mit diesem Mädchen auf sich? Und vor allem: Was zur Hölle ist denn da eigentlich los? 

In ‚Stranger Things‘ sind Kinder und Jugendliche die wichtigsten Figuren der Serie. Aussenseiter die von anderen belächelt und gemobbt werden, stehen füreinander ein. Sie kämpfen für ihre Freundschaft, glauben an Dinge die von anderen belächelt werden und kommen so Stück für Stück ihrem Ziel näher. Es geht darum nicht die Hoffnung zu verlieren, zu glauben obwohl es unglaublich ist, zu vertrauen und darum für die Familie, die Freundschaft und die Liebe einzustehen. Egal wie. 

In 8 Folgen werden wir mit Verschwörungen konfrontiert und treffen auf furchteinflössende Kreaturen. Menschliche und nicht ganz so menschliche. 

Die Serie ist düster, manchmal etwas gruselig doch hauptsächlich ist sie spannend.

Und obwohl es noch keine offizielle Bestätigung darüber gibt, das Netflix eine 2. Staffel der Serie veröffentlichen wird, freue ich mich schon jetzt auf ein wiedersehen mit der Welt aus ‚Stranger Things‘. Und sollte wieder erwartend nichts neues mehr folgen, schaue ich mir einfach nochmal die erste Staffel von vorne an.

Selina 

 

Advertisements

7 Tage, 7 Mal Frühstück

Ich bin ein Nachtmensch. Ich brauche lange um morgens wach zu werden. Ich frühstücke nicht ordentlich. Und da ich erst wieder ab Mitte August einen geregelten Tagesrhythmus haben werde, stehe ich auch manchmal erst auf, wenn andere schon Mittag essen. Schlimme Zustände sind das.

Ich tummele mich jeden Tag auf Instagram herum und sehe all diese schön fotografierten Mahlzeiten. Fancy Frühstück. Hashtag: #healthy, #chia #smoothie… Ab und an landet auch eins meiner Essensbilder auf der Social Media Plattform. Und während der eine oder andere bei diesem Anblick entnervt mit den Augen rollt, finde ich interessant was andere Menschen auf ihren Tellern haben.

Letzte Woche habe ich mich dazu entschlossen, mindestens eine Woche lang ordentlich zu frühstücken. Keine große Sache denkt ihr vielleicht. Was ist daran schon besonders? Nun, für mich ist es besonders. In der Regel setze ich mich nicht großartig mit meinem Frühstück auseinander. Das wollte ich in dieser Woche ändern.

Heute zeige ich euch das Ergebnis.

Montag

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück - Montag Grüne Stulle

Grüne Stulle

Am Montag gab es 2 Scheiben „Fit & Vital Vitaminbrot mit Karotten und Sonnenblumenkerne“ von Netto. Als ich das Brot zum ersten mal im Supermarkt gesehen hatte, dachte ich: „Was soll denn Vitaminbrot sein?“ nahm es dann aber dennochSommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Grüne Stulle mit grünen Tee mit. Das war eine gute Entscheidung. Das ist vielleicht lecker. Richtig saftig.

Die Vitaminstullen wurden mit Frischkäse bestrichen, anschließend mit jeweils einer Scheibe jungen Gauda, einigen Salatblättern und Gurkenscheiben belegt und anschließend mit etwas Salz und Pfeffer bestreuselt. Dazu gab es eine Tasse grünen Tee.

Dienstag

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Haferflocken

Porridge mit Banane, getrockneten Datteln, Nüssen und Agavendicksaft

Der Dienstagmorgen war sehr sehr sättigend. Frühstück gab es um 8 Uhr. 6 Stunden später war ich noch immer so satt, dass ich keine Lust auf ein Mittagessen hatte.

Ich habe eine Portion Haferflocken mit Milch und etwas Wasser gekocht. Zum Porridge gesellten sich dann eine reife Banane, eine handvoll klein geschnittener, getrockneter Datteln (lecker!) und ein paar zerkleinerte Nüsse einer Nussmischung dazu. Das ganze wurde mit etwas Agavendicksaft gesüßt und anschließend mit einer großen Tasse Kaffee auf dem Balkon gegessen.

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Porrige mit Datteln, Banane, Nüssen & Agavendicksaft

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Reichhaltiges Porrige

 

 

 

Mittwoch

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Chiapudding mit Kirschen

Chiapudding mit Kirschen & Kokosflocken

Ich gebe zu, ich musste mich erst an die Konsistenz von Chiapudding gewöhnen. Er ist glibberig mit kleinen festeren Körnchen und hat keinen Geschmack. Nun kann man sich fragen: „Wieso isst du das dann?“ Ich gebe Instagram die Schuld. Dort habe ich zum ersten Mal von den kleinen gesunden Chia Samen gelesen. Eine kurze Recherche ergab, dass diese kleinen Körnchen höchst gesund sind. Reich an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Vitaminen, Antioxidantien, Ballaststoffen usw. Kurz gesagt Chia Samen sind gut für den Körper und machen satt. Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Chiapudding mit Kirschsoße

Damit aus den kleinen Körnern der sogenannte Chiapudding wird, müssen die Samen vor dem Verzehr mindestens 2 Stunden vorher in einer Flüssigkeit aufquellen.

Ich habe am Abend zuvor 4 EL Chia Samen mit 200ml Milch und etwas Vanillezucker vermischt und dann über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Am nächsten Morgen habe ich Kirschen mit einem klitzekleinen Schuss Milch im Mixer püriert und dann die entstandene Kirschsoße über den Chiapudding gegeben. Das ganze wurde mit klein geschnittenen Kirschen und Kokosflocken garniert.

 

Donnerstag

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Spiegelei, Marmeladentoast & Gurken

Spiegelei auf Brot, Toast mit Marmelade & Gürkchen

Am Donnerstag gab es den Klassiker: Spiegeleibrot. Dazu eine Scheibe Toast mit Erdbeermarmelade und ein paar Scheiben Salatgurke. Einfach und lecker. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Außer: Schaut nur wie lecker dieses Ei aussieht.

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Spiegelei

Freitag

Am Freitag hatte ich morgens einen Termin. Auf dem Rückweg nach Hause machte ich beim Bäcker halt. Ich kaufte 8 Brötchen und 4 Schokodonuts und machte mich damit auf den Weg zu meiner Mutter die gerade Urlaub hat. Es folgte ein gemütliches, bis in die Mittagsstunden dauerndes Frühstück mit der Entdeckung einer neuen guten Serie auf Netflix: „Stranger Things“Beyonce Breakfast

Da ich an dem Tag vergessen habe ein Foto des Frühstücks zu machen, gibt es nun ein Gif von Beyoncé in der Küche. Because: Why not.

(Gefunden auf: Giphy)

 

Samstag

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Apfel-Bananen-Kirsch-Smoothie

Kirsch-Banane-Milchshake

Am Samstag habe ich einfach eine reife Banane, Kirschen und Milch in den Mixer geworfen und anschließend den erfrischenden Fruchtshake auf dem Balkon getrunken.

Sonntag

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Rührei mit Toast, Saft und Kaffee

Das heutige Frühstück war eher ein sehr spätes Mittagessen. Nachdem ich um 15 Uhr aus einem Traum in dem Menschen auf Flüssen umhergepaddelt sind aufgewacht war, schlurfte ich in die Küche um mir eine Portion Rührei mit Speck und Tomaten zu machen. Dazu gab es 3 Scheiben Toast mit Butter, Orangensaft und eine große Tasse Kaffee. Den restlichen Tag habe ich mit Laptop, Buch und Musik auf dem Balkon verbracht und das schöne Wetter genossen.

Sommerseufzen - 7 Tage 7 Frühstück  - Rührei und Toast

Selina

Von langen Wegen und gesprächigen Fremden

Ich greife zu meinem Einhornjutebeutel in dem das Päckchen das ich retournieren möchte steckt und verlasse die Wohnung.

Sommerseufzen - Einhornjutebeutel
Als ich an dem brachliegenden Gelände vorbeilaufe, auf dem früher Wohnhäuser standen, bemerke ich wie wild bewachsen das unbebaute Grundstück mittlerweile ist. Hochgewachsenes Gras liegt wie gekämmtes Haar auf der Erde, Disteln, Löwenzahn, Gänseblümchen und andere Pflanzen die ich namentlich nicht kenne bieten einen schönen Anblick. Ich denke: „Ich müsste hier mal mit einer Schere vorbeikommen und mir einen kleinen Strauß Wildblumen abschneiden.“

Sommerseufzen - Wildblumen

10 Uhr, ich betrete das Bürgeramt des Ortes. Vor mir warten 3 weitere Menschen auf das Gespräch mit einem der zwei Sachbearbeiter. Die Tür des ersten Büros steht weit offen. Ein alter Herr in beigefarbener Kleidung muss das Geburtsdatum eines Kindes 4 Mal laut und langsam wiederholen, bis es die Frau hinter dem Schreibtisch verstanden hat. Wir Wartenden werfen uns Bände sprechende Blicke zu.
Als ich an der Reihe bin klappt erst alles problemlos. Als die Frau 13€ für die Bearbeitungsgebühr verlangt, sage ich: „Ich möchte mit Karte bezahlen.“ Im Internet steht das dies ginge. Natürlich geht es dann aber doch nicht. Ich seufze, sage der Frau das ich dann erst Geld ziehen müsse und später nochmal wiederkommen werde.

In unserem kleinem Ortsteil gibt es eine Sparkasse. Dort bin ich nicht Kunde, dort bekomme ich kein Geld. Ich betrete den kleinen Schreibwarenladen der zur Post umgewandelt worden ist, gebe mein Päckchen ab und erfahre nebenbei von der Angestellten das sie heute aus dem gepflücktem Obst ihres Gartens Marmelade einkochen möchte. Ich sage: „Das hört sich sehr gut an. Was für eine Marmelade wird es denn?“ Wir unterhalten uns über Marmelade. Ich erfahre das ihr Nachbar Kirschen von ihrem Baum klaut, deswegen kaum noch welche da sind und sie deswegen nun Erdbeermarmelade machen muss. Ich sage: „Ärgern sie sich nicht. Erdbeermarmelade ist eh viel leckerer als Kirschmarmelade“ und komme mir anschließend etwas blöd vor.

Ich verabschiede mich und laufe zur Haltestelle. Der Bus der mich in die Stadt hätte bringen können, fährt mir vor der Nase weg. Mein unsportliches Laufen und enthusiastisches winken reichen dem Fahrer nicht aus, um anzuhalten und mich doch noch mitzunehmen. Ich seufze und setze mich in das Wartehaus.

Sommerseufzen - Krefeld Oppum

Zufällig läuft ein ehemaliger Arbeitskollege an der Bushaltestelle vorbei. Er entdeckt mich zuerst, hält den Kopf schief, grinst und streckt mir mit den Worten „Na, dich kenne ich doch auch noch irgendwo her“ die Hand zum Gruß entgegen. Damals haben wir uns sehr gut verstanden. Er arbeite hier in der Nähe „Aber wer weiß wie lange noch. Ich bin müde.“ Ich kann ihn verstehen und nicke. Anschließend erzähle ich von meinen Zukunftsplänen. Er freut sich für mich und sagt: „Ich werde wahrscheinlich studieren.“ Als ich begeistert reagiere, verändert sich der vorhin noch unsichere Blick in einen erfreuten. Wir reden noch eine Weile, dann kommt mein Bus. „War schön dich wiederzusehen.“ „Das fand ich auch. Vielleicht treffen wir uns ja nochmal zufällig.“ Als wir uns verabschieden, ärgere ich mich darüber das ich keine Nummer von ihm habe und nicht weiß ob er bei Facebook und Co ist. Ich denke: „Vielleicht treffen wir uns ja wirklich nochmal zufällig.“

In der Stadt angekommen, laufe ich zur Bank. Unterwegs sehe ich ein junges Paar das einen winzig kleinen Welpen spazieren führt. Der Hund ist so niedlich das ich fest davon überzeugt bin, das mir gerade wie im Zeichentrickfilm Herzen aus den Augen ploppen.

Als ich mein Geld habe, fahre ich wieder zurück. Diesmal nehme ich die Straßenbahn. Eine groß gewachsene Frau im bunten Sommerkleid, fragt mich ob ich wüsste was für ein Ticket sie ziehen müsse, um nach Düsseldorf zu kommen. Ich stelle eine Vermutung an. Die Frau zieht ihr Ticket und erzählt mir das sie gerade frisch aus Holland kommt. Sie war dort auf der Hochzeit ihrer Freundin. Sie hätten viel gefeiert, das Essen war gut, die Band hat all ihre Lieblingslieder aus den 80er Jahren gespielt, dennoch wundert sie sich das die Freundin den Mann so schnell geheiratet hat. „Die kennen sich ja erst seit 7 Monaten.“ Ich höre zu, hätte gerne noch mehr erfahren, doch muss bald schon am Hauptbahnhof wieder aussteigen.

Sommerseufzen - Straßenbahn

Ich stehe am Bahngleis 3 und warte auf den Zug der mich zurück in meinen Stadtteil bringt. Eine Jugendliche mit Rastazöpfen und langen gebogenen Wimpern fragt mich schüchtern, ob der gerade eingefahrene Zug auch nach Duisburg fährt. Ich denke kurz „was für ein gesprächiger Tag“ und biete ihr an mal im Internet nachzugucken. Sie lächelt und spielt mit dem Griff ihres großen Rollkoffers. Als sie ihre Antwort hat, bedankt sie sich höflich und sieht dabei aus, als wolle sie noch etwas sagen, wisse aber nicht was. Vielleicht hat sie auch nur das Gefühl das sie noch was sagen müsse. Ich sehe ihre Unentschlossenheit, überlege ob ich stattdessen noch etwas sagen soll, weiß aber auch nicht genau was. Etwas wie: „Kommst du aus dem Urlaub, oder wieso bist du mit dem großen Koffer unterwegs?“ Oder eher: „Ich mag deine Haare, die Zöpfe stehen dir richtig gut.“ Stattdessen schweigen wir beide, stehen nebeneinander und grinsen uns nochmal an als ihr Zug einfährt.

2,5 Stunden später sitze ich wieder im Wartezimmer des Bürgerbüros. Die Frau hinterm Schreibtisch unterhält sich mit einem alten Mann namens Gerd. Sie winkt mich rein und bedeutet Gerd sitzen zu bleiben. „Warte Gerd, die Frau möchte nur etwas bezahlen.“ Dann zu mir: „Da haben sie es aber noch gerade so geschafft. Wir machen in 15 Minuten zu. Ich habe Gerd gerade noch erzählt, das noch jemand kommt der Geld vorbei bringen muss. Gerd kommt gerne kurz vor Feierabend rein und hält ein Pläuschchen. Er ist schon 82.“ Nun muss ich erstaunt gucken. Das erwartet man so. Also gucke ich erstaunt und zahle meine 13€, erhalte eine Quittung und die Information das mir die Unterlagen in ca. 1 Woche zugeschickt werden. Als ich mich bedanke knurrt mein Magen laut. Es ist nach 12 und gegessen habe ich noch nichts.

Wieder zuhause. Ich räume den vorhin noch erledigten Einkauf ein und merke das ich den Rum für einen geplanten Kuchen vergessen habe. „Mist. Vielleicht bringt Opa mir ja morgen eine kleine Flasche Rum mit. Gibt es überhaupt kleine Flaschen Rum?“ überlege ich. „Gibt es nicht an den Kassen immer diese kleinen Flachmänner mit hochprozentigem Fusel? Das wäre ideal, ich brauche ja nicht viel.“

Ich beende die Überlegungen in meinem Kopf, ziehe die unbequeme Straßenkleidung aus, steige unter die Dusche und freue mich auf das sehr späte Frühstück.

Kinovorschau – Juni 2016

Ich habe mir die Kinotrailer für den Monat Juni angeschaut und zeige euch nun welche Filme mich persönlich interessieren.

Filmstart 02.06.2016

 

Green Room

Als ich den Trailer zu ‚Green Room‘ startete, dachte ich als erstes: „Juhu, ein Musikfilm.“ Doch schon bald wurde mir klar, hier geht es um sehr viel mehr. Eine aus erfolglosen Musikern bestehende Punkband ergattert den schlimmsten Gig ihres Lebens. Schnell stellt sich heraus, dass die politisch linksorientierte Band und das aus Neonazis bestehende Publikum keine Freunde werden. Als dann auch noch die Leiche einer jungen Frau im Bandraum liegt, beginnt eine Jagd um Leben und Tod.

Ich finde den Trailer sehr spannend, die ‚dreckige‘ Optik des Films macht mich neugierig und ich möchte wissen wie sich die Filmfigur von Patrick Stewart entwickelt.

Darsteller: Anton Yelchin, Patrick Stewart, Imogen Poots uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Everybody wants some!!

Das Jahr 1980, junge Menschen die Freundschaften schließen, Partys feiern, Drogen konsumieren, sich verlieben, über das Leben philosophieren und vielleicht auch ab und an Vorlesungen besuchen.

Der Trailer hatte mich bereits beim ersten Ton. Ich wippte zu ‚My Sharona‚ mit, lächelte breit als ich Tyler Hoechlin mit Pornobart sah und wusste das ich diesen Coming of Age Film höchstwahrscheinlich mögen werde.

Darsteller: Blake Jenner, Tyler Hoechlin, Zoey Deutch uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Holding the Man

‚Holding the man‘ erzählt von der Lebens- und Liebesgeschichte zweier Männer. Der Trailer lässt bereits erahnen, dass diese nicht immer einfach war.

Der Film basiert auf der Bestseller Autobiografie des Australischen Schauspielers Timothy Conigrave. Nachdem die tragische Geschichte für die Bühne adaptiert wurde, entwickelte sich das Drama zu einem der erfolgreichsten Theaterstücke Australiens.

Darsteller: Ryan Corr, Craig Stott, Guy Pearce, Geoffrey Rush uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Filmstart 09.06.2016

 

Stolz und Vorurteil & Zombies

Im diesem Juni werden wir Zeuge, wie der 1813 erschienene Jane Austen Klassiker ‚Stolz und Vorurteil‘ auf eine nach Menschenfleisch lechzenden Herde Zombies trifft. Und obwohl ich bereits enttäuschende Kritiken zu diesem Film gelesen habe, habe ich unglaubliche Lust auf den Streifen. Ich möchte sehen wie Elizabeth Bennet hübsche Kleider im Empire Stil trägt, dabei Zombies den Kopf absäbelt und sich gleichzeitig gegen die Liebe zu Mr. Darcy sträubt. Ich bin gespannt.

Darsteller: Lily James, Sam Riley, Isabella Heathcote, Suki Waterhouse uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Vor ihren Augen

Die Tochter einer FBI Agentin wird ermordet aufgefunden. 13 Jahre später stößt man auf neue Hinweise. Eine von Selbstjustiz motivierte Jagd beginnt.

Obwohl ich nicht verstehe wieso Hollywood derzeit so gerne auf Remakes erfolgreicher ausländischer Filme setzt, finde ich den Trailer zu ‚Vor ihren Augen‘ recht spannend. Erst 2009 erhielt das Argentinische Original (El Secreto de sus Ojos) den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Darsteller: Julia Roberts, Nicole Kidman, Chiwetel Ejiofor, Dean Norris uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Keanu

Nein, in diesem Film geht es nicht um Keanu Reeves. (Eigentlich schade.) In ‚Keanu‘ geht es um eine kleine Babykatze (Eigentlich ist das noch besser als Keanu Reeves) die eines Nachts von Gangstern entführt wird. Die zwei ‚Ziehväter‘ des Katers starten eine komödiantische Rettungsaktion in der Kugeln, Flüche und lustige Szenarien fallen.

Der Trailer hat mich bereits mehrfach zum lachen gebracht. Ich glaube das ‚Keanu‘ uns einige spaßige Minuten bereiten wird.

Darsteller: Keegan Michael Key, Jordan Peele, Method Man, Luis Guzmàn uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Filmstart 16.06.2016

 

Demolition – Liebe und Leben

Jake Gyllenhaal versucht den Tod seiner Frau zu bewältigen und krempelt dabei sein komplettes Leben um.

Ich habe den Trailer 2x angeschaut und war mir danach noch immer nicht sicher ob ich den Film im Kino sehen möchte. Das Thema ist recht interessant, die Persönlichkeit der Hauptfigur scheint komplex zu sein und die Entwicklung die die Geschichte zu nehmen scheint ist auch nicht unspannend. Und trotzdem bleibt eine gewisse Skepsis. Da ich aber Jake Gyllenhaal sehr mag, denke ich das man den Kinobesuch für ‚Demolition – Liebe und Leben‘ ruhig wagen kann.

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Naomi Watts, Chris Cooper uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Filmstart 23.06.2016

 

Ein ganzes halbes Jahr

Schnulzenalarm! Und ich freue mich darauf.

Louisa Clark wird als Betreuerin für den gelähmten William Traynor eingestellt. Nach kurzer Zeit wird klar, dass sich die Beziehung der beiden weit über das Angestelltenverhältnis hinaus entwickelt. Doch als Louisa erfährt warum sie nur für 6 Monate eingestellt wurde, wendet sich die Geschichte.

‚Ein ganzes halbes Jahr‘ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Jojo Moyes. Und ich bin mir sicher, dass ich beim sehen des Kinofilms genauso viele Tränen vergießen werde, wie beim lesen des Buches.

Darsteller: Emilia Clarke, Sam Claflin, Charles Dance, Matthew Lewis uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Kinostart 30.06.2016

 

High-Rise

In High-Rise verfolgen wir das in Hierarchien eingeteilte Leben einiger Hochhausbewohner. Während man in den oberen Luxuswohnungen ausschweifende Partys feiert,  kämpft man in den unteren Etagen mit nicht vorhandenem Strom und dem Stigma der Minderwertigkeit. Unzufriedenheit trifft auf Hochmut.

Die auffallende Optik des Trailers macht mich neugierig. Ich möchte wissen wie sich die Geschichte in dem Soziotop entwickelt. Und naja, Tom Hiddleston spielt mit. Eigentlich reicht der letzte Punkt für mich schon um High-Rise im Kino sehen zu wollen.

Darsteller: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Luke Evans, Sienna Miller uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Väter & Töchter

Es geht um Väter und Töchter (ach was?!), Verlustängste, Liebe die auf Unsicherheit gebaut ist, verstrickte Familienbande und darum wie man mit seiner eigenen Vergangenheit umgeht.

Obwohl ich kein großer Fan von Russel Crowe bin, hat mich der Trailer zu ‚Väter & Töchter‘ neugierig gemacht. Außerdem ist es immer schön Aaron Paul zu sehen.

Darsteller: Russel Crowe, Amanda Seyfried, Aaron Paul, Diane Kruger uvm.

Light Blue Dotted Ribbon

Ist für euch auch etwas dabei? Oder freut ihr euch vielleicht auf einen Film den ich hier gar nicht erwähnt habe? Da gäbe es ja auch noch den ein oder anderen Horrorfilm, ‚The Nice Guys‘ mit Russel Crowe und Ryan Gosling, ‚Der Moment der Wahrheit‘ mit Cate Blanchett und Robert Redford, Sky – Der Himmel in mir‘ mit Norman Reedus (<3) oder vielleicht ‚Ice Age 5 – Kollision vorraus!‘?

Schreibt es mir wenn ihr mögt.

Selina

 

Kinovorschau – Februar 2016

Weihnachten ist Wochen her, die letzten Böllerreste sind von den Straßen gefegt, wir haben mit Lemmy Kilmister, David Bowie & Alan Rickman bereits drei Größen in diesem Jahr verloren, die politischen Geschehnisse überschlagen sich, ich habe meinen Vorsatz „Sport“ zu machen noch nicht so richtig umgesetzt, dafür aber schon drei Bücher gelesen und ich habe mich natürlich noch immer nicht daran gewöhnt 2016 anstatt 2015 zu schreiben.

In meinem ersten „Kinovorschau“ Blogpost habe ich Dummerchen die letzte Startwoche im Januar völlig vergessen. Da wir aber ab dem 28.01.2016 mit einem neuen Tarantino Film beglückt werden, MUSS auch diese Filmwoche noch erwähnt werden.

Filmstart 28.01.2016

 

The Hateful 8

Es ist ein Western und Samuel L. Jackson spielt mit. Das sind Umstände die mich nicht scharf auf einen Film machen. ABER: Das hier ist ein Film von Quentin Tarantino. Was unweigerlich bedeutet, dass ich diesen Film sehen muss. Ich mag den kauzigen, zur übertriebenen Gewalt und ungewöhnlichen Soundtracks neigenden Regisseur. Tarantino ist Kult. Tarantinos Filme sind Kult. Die Musik in seinen Filmen werden zum Kult. Anfang 2014 wurde das Drehbuch zum Film illegal auf einer Internetseite veröffentlicht. Tarantino war danach so sauer, dass er das Filmprojekt erst komplett einstampfen wollte. Ich bin froh das er sich doch noch dazu entschieden hat, „The Hateful 8“ auf die Kinoleinwand zu bringen. Ich freue mich drauf.

Dope 

Wie man dem Filmtitel vielleicht schon entnehmen kann, geht es hier unter anderem um Drogen. Nachdem nun das Offensichtliche gesagt wurde, möchte ich erwähnen das ich den Trailer wirklich toll finde. Er wirkt intelligent, ein bißchen anders und wir sehen Schauspieler von denen ich bis auf Zoe Kravitz (Was für eine hübsche Frau.) noch nie etwas gehört bzw. gesehen habe. Die Vorschau macht mich neugierig auf die Geschichte des jungen Geeks, der sich aus den Schubladen der Gesellschaft befreien will und sich anscheinend doch selbst wieder in genau diesen einschließt. Produziert wurde „Dope“ vom Schauspieler Forest Whitaker und den Musikern Sean Combs (Puff Daddy) und Pharrell Williams. Und wenn man die Namen der zwei letzten Herren liest, könnte man vermuten, dass Freunde des Hip Hops, auch einen musikalischen Gefallen an diesem Film finden könnten.

Filmstart 04.02.2016

Gänsehaut

Jack Black, man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich gehöre in die erste Kategorie. Was maßgeblich daran liegt, dass der Schauspieler in dieser großartigen und leicht bekloppten Rockband namens „Tenacious D“ mitwirkt. Wie so oft könnte sein neuester Film „Gänsehaut“ viel zu albern werden. Und vielleicht auch nicht sooo gut. Doch es geht um Monster und Fantasiegestalten die aus ihren Geschichten schlüpfen um ihr Unwesen in der großen Stadt zu treiben, um Werwölfe, einen unsichtbareren Mann und Gartenzwerge die mit Messern werfen. Und halt Jack Black. Find ich gut.

Suffragette

Frauen dieser Welt vereinigt euch. Geht ins Kino und schaut euch auf der Leinwand an, wie die Suffragetten 1912 für unser Recht gekämpft haben. So lange ist es noch gar nicht her, dass Frauen hauptsächlich dazu bestimmt waren, neben ihren Ehemännern eine gute Figur zu machen, Kinder zu bekommen und das Haus sauber zu halten. Schön das sich die Zeiten geändert haben. Ich kann mir vorstellen, dass sich nicht jeder für dieses Thema interessiert und bereits jetzt schon gähnend innerlich abgeschaltet hat. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher das ich „Suffragette“ sehen werde. Neben dem interessanten Thema, werden mich auch die Zeit in der der Film spielt und die von mir verehrten Schauspielerinnen Meryl Streep & Helena Bonham Carter an die Kinokasse locken.

Filmstart 11.02.2016

 

Deadpool

Ok, ich kenne mich im Comic Universum nicht genug aus. Das heißt allerdings nicht, dass ich nicht deren Verfilmungen liebe. Ich bin gespannt auf „Deadpool“. Er scheint ein großkotziger Maulheld zu sein, der seinen Feinden ordentlich in den Hintern treten kann. Und ganz nebenbei wird er von dem äußerlich sehr ansprechenden Ryan Reynolds dargestellt. Das Reicht mir persönlich eigentlich schon. Ich denke das wir mit „Deadpool“ unterhaltsame Minuten im Kinosessel verbringen werden.

Zoolander 2

Justin Bieber stirbt beim knipsen eines Duckface Selfies, Benedict Cumberbatch sieht wie ein augenbrauenloses Alien von einem anderen Stern aus und die Dialoge des Films waren im Trailer schon so dämlich, dass ich Lust auf „Zoolander 2“ bekommen habe.

Dirty Grandpa

American Pie, nur diesmal mit Robert de Niro. Aber wenn wir ehrlich sind liste ich „Dirty Grandpa“ hier nur auf, weil uns der Film einen halbnackten Zac Efron beschert. Es ist wie es ist.

Filmstart 18.02.2016

 

Hail, Caesar!

Huch, dieser Trailer hat mich vollkommen überrascht. Was für eine tolle Besetzung. In diesem Film erwarten uns unter anderem: George Clooney, Tilda Swinton, Scarlet Johansson, Channing Tatum und Ralph Fiennes. Kostüme und Kulissen sprechen mich genauso an, wie die amüsante Geschichte die hier in der Vorschau angedeutet wird. Ich freue mich sehr auf „Hail, Caesar“. Die Regisseurbrüder Coen haben bereits mit Filmen wie „Fargo“ und „The Big Lebowski“ bewiesen, dass sie zu den guten gehören. Wir dürfen auch auf ihr neustes Werk gespannt sein. Ich bin es jedenfalls.

Filmstart 25.02.2016

 

Spotlight

Eine Zeitung deckt den wiederholten sexuellen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche auf. Ganz schön harter Tobak, der leider auf wahren Begebenheiten beruht. Die Reporter des „Bosten Globe“ erhielten damals für die Aufdeckung des schrecklichen Skandals den Pulitzer-Preis. Der Film ist unter anderem mit Mark Ruffalo, Rachel McAdams und Michael Keaton gut besetzt. Aufgrund der schwierigen Thematik des Films weiß ich nicht ob ich mir „Spotlight“ direkt im Kinosaal ansehen werde, denke aber das Filme dieser Art wichtig sind und gesehen werden müssen.

Der geilste Tag

Vielleicht werde ich Ende Februar zum ersten Mal des Jahres, für einen Deutschen Film ins Kino gehen. Zwei schwer kranke Männer freunden sich im Krankenhaus an und beschließen das beste aus ihrer noch verbleibenden Zeit zu machen. Im Grunde ist diese Filmidee nichts neues. Doch sie spricht mich an. Trotz der beklemmenden Anwesenheit des Todes wirkt der Trailer unglaublich lebensbejahend und fröhlich. Ich freue mich schon darauf Mattias Schweighöfer und Florian David Fitz auf ihrer Reise zu begleiten.

 

Wart ihr im letzten Monat im Kino? Hat euch etwas besonders gut gefallen oder habt ihr euch über einen Film geärgert?

Selina

Ein Hauch von Versailles

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Panorama II

Ende letzen Jahres war ich mit einer Freundin in Brühl. Die letzten Tage der Tim Burton Ausstellung des Max-Ernst Museums waren angebrochen und ich MUSSTE die Ausstellung noch unbedingt sehen. Ich liebe Tim Burton. Ich liebe seine Kunst, seine Art des Geschichtenerzählens, seine kleinen oft traurigen Charaktere und die komplette optische Ästhetik seiner Werke.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Tim Burton Austellung

Der Tag war wunderbar, die Ausstellung war interessant und ich bin so froh das wir uns an diesem Tag ins Auto gesetzt haben und zusammen nach Brühl gefahren sind.

Unmittelbar neben dem Museumsgelände befindet sich das Schloss Augustusburg.

 

Da wir später als geplant in Brühl angekommen waren, wollte ich mir das Schloßgelände unbedingt noch vor unserem Gang durchs Museum ansehen. Und was soll ich sagen, der Augenblick war perfekt.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg Innenhof

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schlossente II

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Leuchtende Fassade

Die tiefstehende Sonne tauchte die Fassade des prachtvollen Gebäudes in goldenes Licht. Es waren kaum noch Menschen unterwegs, die Bäume warfen lange Schatten, auf der Wiese vor dem Schloss spazierte eine Ente in der Abendsonne und alles sah so schön aus. Ich fühlte mich unweigerlich an unseren Paris Urlaub erinnert. Und obwohl das Schloss in Brühl, nicht annähernd so pompös wie das berühmte Schloss in Versailles ist, musste ich dennoch sofort daran denken, wie wir es im Sommer vor vielen Jahren erkundet haben.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Garten II

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Schloss Augustusburg Garten

Ich dachte an die viel zu vielen Touristen im Spiegelsaal, an die mit feinsten Stoffen bezogenen Wände, das unbequem aussehende Bett vom Sonnenkönig, die wunderbare Kunst, die beeindruckenden Statuen im Garten von Versailles. Ich erinnerte mich daran zurück, wie wir Marie Antoinettes Garten gesucht und aufgrund der zu knapp bemessenden Zeit die wir dort hatten, nicht gefunden haben. Ich dachte daran wie wir in der Orangerie auf dem mit Kieselsteinen aufgeschütteten Boden saßen. Wie wir dort das Gesicht in die Sonne hielten und Postkarten an die Heimat schrieben. Ich dachte an viele schöne Augenblicke und Erinnerungen die ich mit diesem Ort verknüpfe.

Herbstseufzen - Ein Hauch von Versailles - Das schöne Schloss Augustusburg

Selina

 

 

The Revenant – Der Rückkehrer

The Revenant

Der Morgen danach.

Seit ihr schon einmal nach einem Kinoabend am Vortag aufgewacht und hattet so etwas wie einen „Filmkater“? Nein? Ich auch nicht. Bis jetzt. Als ich heute meine Augen aufschlug, dachte ich zuerst an das gestern gesehene und dachte: „Whoah!“

Worum geht es?:

Hugh  Glass ist als Fallensteller und Jäger, Teil einer Mission von Pelzhändlern. Mit der Hoffnung auf fette Beute, erforschen die Männer die teilweise noch unbekannten Weiten der USA und dringen damit in den Lebensraum der Amerikanischen Ureinwohner ein. Nach einem schweren Angriff eines Indianerstammes gelingt es einer kleinen Gruppe von Männern zu fliehen. Der Weg zum sicheren Fort gestaltet sich jedoch sehr schwierig. Nachdem Glass lebensbedrohlich von einem Bären verletzt wird, beschließen der zwielichtige Ex-Soldat John Fitzgerald, der noch junge Nachwuchstrapper Jim Bridger und Hughs Sohn bei ihm zu bleiben. Dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Hughs Sohn wird ermordert und er selbst wird halb begraben und schwer verletzt zurück gelassen. Damit beginnt ein von Racheplänen gesteuerter gnadenloser Kampf ums Überleben.

 

Die Besetzung:

Der bereits dreifach Oscarprämierte Regisseur Alejandro González Iñárritu saß bei „The Revenant – Der Rückkehrer“ im Regiestuhl. Für die herausragende Kamera im Film ist der zweifach Oscarprämierte Emmanuel Lubezki verantwortlich

In den Hauptrollen sehen wir:

  • Leonardo DiCaprio
  • Tom Hardy (bekannt aus: Mad Max: Fury Road)
  • Domhnall Gleeson (bekannt aus: Harry Potter (Bill Weasley) oder Ex Machina)
  • Will Poulter (bekannt aus: Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte)
  • Forrest Goodluck (spielt Leonardo DiCaprios Sohn)
Leo - Golden Globes

Leonardo DiCaprio bei der diesjährigen Golden Globes Verleihung. Er gewann den Award für seine Darstellung des Trappers Hugh Glass in „The Revenant“

Wie fand ich den Film?:

Der Film ist ein klitzekleines bißchen zu lang und es wird mehr gegrunzt und gekeucht als gesprochen. Aber: Er ist in meinen Augen großartig.

Nachdem der letzte aufgelistete Name im Abspann vor unseren Augen verschwunden war, blieben wir noch einen Augenblick in unseren Kinosesseln sitzen. Puh, was hatten wir denn da gerade gesehen? Das musste erstmal verdaut werden. Der Film zeichnet sich durch unglaubliche tolle Kamerafahrten aus, die den Zuschauer glauben lassen, er sei mitten im Geschehen. Mitten im Kampf mit einem schnaubenden Bären, live dabei während die Haut des Hauptdarstellers zerfetzt wird. Pfeil und Bogen, Geschosse und Klingen streifen gefühlt unsere Schultern. Wir sind Hautnah dabei, während das Blut zweier Männer den weißen Schnee rot färbt. Wir erleben die Schönheit der Natur, können fast das fließende Wasser des Flusses spüren oder die hochgewachsenen Baumkronen mit unseren Fingern berühren. Und das alles macht „The Revenant“ zu einem unglaublich intensiven Film. Eins steht fest, für Menschen die nicht gerne Blut sehen, ist der Anblick mancher Szenen nur schwer auszuhalten.

Leonardo DiCaprio ächzt, sabbert, blutet und kämpft sich durch diesen Film. Und das macht er grandios gut. Tom Hardy spielt den geldgierigen Pelzjäger so ekelhaft glaubwürdig, dass man ihn nicht nur in einer Szene mit seinen erbeuteten Tierfellen vermöbeln möchte. Hart.

Tom Hardy - The Revenant

Tom Hardy als John Fitzgerald

Überhaupt ist die darstellerische Leistung in „The Revenant“ überragend. Die außergewöhnlich gut geführte Kamera beschert uns künstlerisch anspruchsvolle Perspektiven, die ich vorher selten in diesem Maße gesehen habe.

Die Handlung des Films ist im Grunde leicht überschaubar. Leo wird schwer verletzt, trauert um seinen Sohn, schwört Rache und kämpft sich zu seinem Ziel vor. Und dennoch, der Weg den wir mit DiCaprio gehen ist so beschwerlich, tragisch und schmerzhaft das er mir den Atem geraubt hat.

„The Revenant“ ist kein Film den ich mir immer und immer wieder ansehen möchte. Er ist anstrengend, zumindest für mich. Die Art von Angestrengtheit, die mich nachdenken lässt, die mich auch noch am nächsten Tag beschäftigt und mich in der Nacht nach dem Film von blutigen Wegen träumen lässt.

 Selina

(Die animierten Gifs stammen von der Seite Giphy.)