The Revenant – Der Rückkehrer

The Revenant

Der Morgen danach.

Seit ihr schon einmal nach einem Kinoabend am Vortag aufgewacht und hattet so etwas wie einen „Filmkater“? Nein? Ich auch nicht. Bis jetzt. Als ich heute meine Augen aufschlug, dachte ich zuerst an das gestern gesehene und dachte: „Whoah!“

Worum geht es?:

Hugh  Glass ist als Fallensteller und Jäger, Teil einer Mission von Pelzhändlern. Mit der Hoffnung auf fette Beute, erforschen die Männer die teilweise noch unbekannten Weiten der USA und dringen damit in den Lebensraum der Amerikanischen Ureinwohner ein. Nach einem schweren Angriff eines Indianerstammes gelingt es einer kleinen Gruppe von Männern zu fliehen. Der Weg zum sicheren Fort gestaltet sich jedoch sehr schwierig. Nachdem Glass lebensbedrohlich von einem Bären verletzt wird, beschließen der zwielichtige Ex-Soldat John Fitzgerald, der noch junge Nachwuchstrapper Jim Bridger und Hughs Sohn bei ihm zu bleiben. Dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Hughs Sohn wird ermordert und er selbst wird halb begraben und schwer verletzt zurück gelassen. Damit beginnt ein von Racheplänen gesteuerter gnadenloser Kampf ums Überleben.

 

Die Besetzung:

Der bereits dreifach Oscarprämierte Regisseur Alejandro González Iñárritu saß bei „The Revenant – Der Rückkehrer“ im Regiestuhl. Für die herausragende Kamera im Film ist der zweifach Oscarprämierte Emmanuel Lubezki verantwortlich

In den Hauptrollen sehen wir:

  • Leonardo DiCaprio
  • Tom Hardy (bekannt aus: Mad Max: Fury Road)
  • Domhnall Gleeson (bekannt aus: Harry Potter (Bill Weasley) oder Ex Machina)
  • Will Poulter (bekannt aus: Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte)
  • Forrest Goodluck (spielt Leonardo DiCaprios Sohn)
Leo - Golden Globes

Leonardo DiCaprio bei der diesjährigen Golden Globes Verleihung. Er gewann den Award für seine Darstellung des Trappers Hugh Glass in „The Revenant“

Wie fand ich den Film?:

Der Film ist ein klitzekleines bißchen zu lang und es wird mehr gegrunzt und gekeucht als gesprochen. Aber: Er ist in meinen Augen großartig.

Nachdem der letzte aufgelistete Name im Abspann vor unseren Augen verschwunden war, blieben wir noch einen Augenblick in unseren Kinosesseln sitzen. Puh, was hatten wir denn da gerade gesehen? Das musste erstmal verdaut werden. Der Film zeichnet sich durch unglaubliche tolle Kamerafahrten aus, die den Zuschauer glauben lassen, er sei mitten im Geschehen. Mitten im Kampf mit einem schnaubenden Bären, live dabei während die Haut des Hauptdarstellers zerfetzt wird. Pfeil und Bogen, Geschosse und Klingen streifen gefühlt unsere Schultern. Wir sind Hautnah dabei, während das Blut zweier Männer den weißen Schnee rot färbt. Wir erleben die Schönheit der Natur, können fast das fließende Wasser des Flusses spüren oder die hochgewachsenen Baumkronen mit unseren Fingern berühren. Und das alles macht „The Revenant“ zu einem unglaublich intensiven Film. Eins steht fest, für Menschen die nicht gerne Blut sehen, ist der Anblick mancher Szenen nur schwer auszuhalten.

Leonardo DiCaprio ächzt, sabbert, blutet und kämpft sich durch diesen Film. Und das macht er grandios gut. Tom Hardy spielt den geldgierigen Pelzjäger so ekelhaft glaubwürdig, dass man ihn nicht nur in einer Szene mit seinen erbeuteten Tierfellen vermöbeln möchte. Hart.

Tom Hardy - The Revenant

Tom Hardy als John Fitzgerald

Überhaupt ist die darstellerische Leistung in „The Revenant“ überragend. Die außergewöhnlich gut geführte Kamera beschert uns künstlerisch anspruchsvolle Perspektiven, die ich vorher selten in diesem Maße gesehen habe.

Die Handlung des Films ist im Grunde leicht überschaubar. Leo wird schwer verletzt, trauert um seinen Sohn, schwört Rache und kämpft sich zu seinem Ziel vor. Und dennoch, der Weg den wir mit DiCaprio gehen ist so beschwerlich, tragisch und schmerzhaft das er mir den Atem geraubt hat.

„The Revenant“ ist kein Film den ich mir immer und immer wieder ansehen möchte. Er ist anstrengend, zumindest für mich. Die Art von Angestrengtheit, die mich nachdenken lässt, die mich auch noch am nächsten Tag beschäftigt und mich in der Nacht nach dem Film von blutigen Wegen träumen lässt.

 Selina

(Die animierten Gifs stammen von der Seite Giphy.)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s